vorherige Graphik   Inhaltsverzeichnis   Auswertung, Fazit    


 
 

Fazit
 

Obwohl die Auswahl unserer Stichprobe nicht systematisch erfolgte, und auch die Wahl des Befragungszeitpunkts (letzte Vorlesungswoche) ungünstig angesetzt war, erreichten wir eine für die Bochumer Publizistikstudenten relativ repräsentative Gruppe, da wenigstens der Anteil Hauptfach-/Nebenfachstudenten den offiziellen Zahlen gleicht. Wichtiger noch: Die Befragungsgruppe war für unsere "Distance Learning"-Pläne besonders interessant, da 70,5 Prozent zwischen 20 und 25 Jahren alt sind und darum die meisten unserer Befragten im Wintersemester im Hauptstudium sein werden, also potentielle Teilnehmer sind.
Zusammenfassend hier die wichtigsten Befunde: Publizistikstudentinnen- und studenten sind mit dem Internet und E-Mail vertraut. Dass dieser Befund durchaus auf aktuelle Entwicklungen zurückzuführen ist, zeigte ein Vergleich mit der Befragung von Olaf A. Schulte von 1998. Die Internetkenntnisse der Publizistikstudenten scheinen sich also in der Zwischenzeit verbessert zu haben. Diese positive Entwicklung sollte noch mehr durch die Hochschullehre unterstützt werden. Zwar zeigte sich ein breites Basiswissen der Studenten, doch ins Detail gehende Kenntnisse über verschiedene Zusatzprogramme, über die Art der genutzten Browser, über mögliche Kommunikationsdienste des Internets und auch über die Erstellung eigener Websites sind nur wenig vorhanden. Dies hängt sicher nicht nur mit mangelndem Interesse, sondern vor allem auch mit fehlenden Gelegenheiten zum Erlernen und geringer Motivierung während des Studiums durch Lehrende.
Das geplante "Distance Learning"-Seminar, für das eine hohe Teilnahmebereitschaft nachgewiesen werden konnte, würde also Sinn machen. Die zum Teil sehr interessanten Themenvorschläge der Studierenden zeigen, dass sie durchaus Interesse an den neuen Medien haben. Auch wenn sie eher über wenig Detailkenntnisse verfügen, so konnten durch unsere Befragung doch einige wenige "Cracks" ausfindig gemacht werden. Dieses Potential gilt es durch das Anbieten von "Distance Learning"-Projekten zu nutzen. Durch die Begeisterung der "Cracks" können andere Studenten angespornt werden, von ihrem Wissen können andere profitieren.
Die Konzeption eines "Distance Learning"-Seminars darf nicht zu komplex werden. Das kann man als weiteres Fazit aus den Befunden dieser Befragung ableiten. Komplizierte Techniken sollten sparsam eingesetzt und erst nach und nach erweitert werden. Denn auch wenn sich die Studierenden als motiviert, interessiert und kompetent erweisen, zusätzlicher Aufwand stößt überall auf Ablehnung.